Patienteninformationen: Erkrankungen

Skoliose

Definition

 

Die Skoliose ist eine dreidimensionale Achsabweichung der Wirbelsäule. Für die Diagnose maßgebend ist eine Krümmung der Wirbelsäule in der Frontalebene von mindestens 10 Grad.

 

Man unterscheidet sekundäre Skoliosen von idiopathischen Skoliosen, bei denen die Ursache nicht bekannt ist.

 

Bei der idiopathischen Skoliose (IS) handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, die erst gestellt wird, wenn Anamnese sowie klinische und radiologische Untersuchungen keine klare Ursache aufdecken können.

Einteilung und Häufigkeit

 

Die idiopathische Skoliose wird nach dem Alter bei der Erstdiagnosestellung in infantile (<3 Jahre), juvenile (3-9 Jahre), adoleszente (10-18Jahre) und adulte Skoliose (Erwachsenenskoliose) eingeteilt.

 

Die idiopathische Skoliose im Säuglings- und Kleinkindesalter ist extrem selten. Während die Häufigkeit des Auftretens bei Schulkindern bis 16 Jahre noch bei 1-2% liegt, steigt sie bei Erwachsenen über 25 Jahre auf über 8% und steigt bei 60-90-Jährigen auf bis zu 68%.

 

Während bei der juvenilen Skoliose das Verhältnis zw. Jungen und Mädchen noch ausgeglichen ist, steigt mit dem Alter die Häufigkeit bei Mädchen und das Verhältnis liegt nach dem 10. Lebensjahr bereits bei 6:1

Berechnung des Cobb-Winkels

Therapie der idiopathischen Skoliosen

 

Die infantile und juvenile Skoliose ist relativ selten, es gibt hier keine klaren Behandlungsalgorithmen. Bei einem Cobb Winkel > 35° steht die Rumpfgipsbehandlung oder die Korsett-Therapie zur Verfügung. Bei therapieresistenten oder progredienten Skoliosen muss auch eine operative Therapie in Betracht gezogen werden, da Die Alveolenbildung (Lungenbläschen) erst mit ca. 8 Jahren abgeschlossen ist und ein vermindertes Thoraxvolumen diese beeinträchtigen kann.

 

Idiopathische Adoleszente Skoliose (AIS)

 

Skoliosen mit einem Cobb-Winkel bis 20° werden viertel- bis halbjählich kontrolliert, wahlweise kann auch hier schon mit Physiotherapie begonnen werden.

 

Bei einem Cobb-Winkel von 20 -30° wird eine Spezielle  Physiotherapie empfohlen. Die bekannteste ist die Physiotherapie nach Schroth, die vor knapp 100 jahren von Katharina Schroth initiiert wurde.

 

Bei einem Cobb-Winkel von 30°-45° und bei Kindern zw. 20 und 30° mit Progredienz, ist die Therapie mit einem Korsett angezeigt. Die Aufrichtung im Korsett sollte mindestens 50% betragen.

 

Eine operative Korrektur mit Versteifung des betroffenen Wirbelsäulen-abschnittes wird bei adolesezenten Skoliosen > 45° in Betracht gezogen, da bei solchen Patienten im Verlauf ihres Lebens von einer Progredienz

der Skoliose auszugehen ist.

Sekundäre Skoliosen

  • Fehlbildungsskoliose (kongenitale Skoliose) durch angeborene Wirbelfehlbildungen, Klippel-Feil-Syndrom, Spina bifida u. a.
  • Neuropathische Skoliose durch Nerven- und Muskelerkrankungen, wie beispielsweise Zerebralparesen, spinale Muskelatrophien oder auch Poliomyelitis
  • Myopathische Skoliose durch Muskeldystrophien oder Arthrogrypose
  • Skoliose durch Systemerkrankungen wie Neurofibromatose, Skelettdysplasien, Osteogenesis imperfecta
  • Iatrogene Skoliose, also Skoliose aufgrund ärztlicher Behandlungsmaßnahmen (beispielsweise Bestrahlung oder nach Operationen durch Narbenbildung)Posttraumatische Skoliose nach Gewalteinwirkung, Amputationen oder Tumoroperationen im Bereich der Wirbelsäule.
  • Statische Skoliose durch Beinlängendifferenzen

 

Klassifikation der idiopathischen Skoliosen

 

Die Skoliose wird nach Alter bei Diagnosestellung eingeteilt in eine:

 

• infantile (unter 3 Jahre)

• juvenile (3 bis 9 Jahre) und

• adoleszente Skoliose (10 bis 18 Jahre)

 

Test für Zuhause bei Verdacht auf eine Skoliose: Vorbeugetest nach Adams

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